Leider musste ich meine grosse schon seit langem geplante Roller Tour nach Spanien und Portugal vorzeitig abbrechen. Geschäftliche Gründe zwangen mich nach längerem Aufenthalt in der Nähe von Barcelona zur Umkehr. Leider konnte ich die Ursache nicht von dort aus lösen, es gab Probleme mit einem Computer. Ist es nicht schön zu wissen, dass immer diese Computer Schuld sind? Mir wäre es lieber wenn es nicht so wäre.
Mit meiner Tour im Juli 2010 kann ich auch über meine Langstrecken Erfahrungen mit dem XEvo 400 berichten. Mein Roller wurde am 12.03.2010 zugelassen und hat, Stand heute 19.07.2010 knapp 10.000 km auf dem Tacho. Die Schnapszahl 11.111 km wäre mir zwar lieber, aber ich denke auf die paar Kilometer kommt es auch nicht an.

Gefahrene km:
km Stand Start: 5.619
km Stand Ende: 9.855
zurück gelegte Strecke: 4.236 km

Reisezeitraum:
Start: 03.07.2010 (9:00 Uhr)
Ende: 18.07.2010 (21:00 Uhr)

Durchschnittlicher Verbrauch:
3,66 Liter/100 km

Gewichte:
Leergewicht des Rollers (Tank halb voll): 214 kg
Fahrgewicht inkl. Gepäck und Fahrer: ca. 350 kg

Störungen während der Tour:
Eigentlich keine, bis auf eine Undichtigkeit der Kühlanlage. Kühlflüssigkeit wurde heute ergänzt, während der Tour Verlust an Kühlflüssigkeit ca. 0,4 Liter. Inzwischen (Stand: 21.07.2010) ist der Verlust der Kühlflüssigkeit extrem gestiegen. Der Händler hat aber am Donnerstag den 22.07.2010 den Roller mit einem Lieferwagen direkt an meinem Wohnort abgeholt. Klasse Service! Wirklich!
Gegen Ende der Tour auffällige Klappergeräusch im hinteren Bereich des Fahrzeuges. Ursache noch nicht lokalisiert und somit nicht behoben. Aber auch dieser Punkt wurde reklamiert. Ich hoffe, dass mein Händler die Ursache findet und natürlich auch beheben kann.

Fahrverhalten:
Auf der Rückfahrt ist mir ein unangenehmes Schlagen der Lenkung aufgefallen. Das habe ich auf die inzwischen relativ abgefahrene Reifen und die zu kleinen Lenkergewichte zurück geführt. Die Lenkergewichte habe ich inzwischen gegen größere ausgetauscht. Zweifelhaft ist nur, ob das die Lösung ist. Denn bei einem Check des Rollers bei meinem Händler wurde festgestellt, dass die Lenker Lager ausgetauscht werden müssen. Nun, dann bin ich ja mal gespannt.

1. Tag – 3. Juli 2010

Eigentlich wollte ich richtig früh durchstarten, aber wie es eben so ist, man wird nicht fertig.
Um 9:00 Uhr saß ich dann aber doch endlich auf dem Roller. Und schon kurz nach dem Start merkte ich, dass sich das Fahrverhalten durch die Beladung mit reichlich Reisegepäck extrem verändert hat. Da dachte ich mir: Da musst Du Dich erstmal dran gewöhnen und schön vorsichtig und langsam fahren. Und damit ich gleich ein Gefühl für das Verhalten des Fahrzeugs bekomme, bin ich als erstes die Kesselberg Strasse von Kochel zum Walchensee hoch gefahren. In den Kurven machte sich das zusätzliche Gewicht noch deutlicher bemerkbar. Aber, nun hat die Tour schon begonnen und am Gewicht ließ sich somit auch nichts mehr ändern. “Daran werde ich mich schon gewöhnen.”
Die heutige Tour führte zum grossen Teil durch bereits bekanntes Gebiet. Nach der Kesselberg Strasse ging es an Mittenwald vorbei und dann Richtung Innsbruck den Zirler Berg hinunter. Dieser Berg ist steil, richtig steil.
Erst später bemerkte ich, dass sich die hintere Bremsscheibe durch starke Wärmeentwicklung dunkel verfärbt hat. Die Bremsen haben das Gefälle aber einwandfrei überstanden.
Weiter ging es durch das Inntal und dann kam eine große Überraschung: mein Navi führte mich Richtung Pitztal. Nun, das ist doch mal etwas Neues. Wie sich herausstellte eine schöne Route. Absolut nicht zum schnell Fahren geeignet, aber landschaftlich sehr schön.

2. Tag – 4. Juli 2010

Mein heutiges Tagesziel war eigentlich der Grand Canyon du Verdon in Südfrankreich. Aber leider sollte ich es nicht schaffen. Mein Navi hat mir einen Streich gespielt. Und was mich heute auch so richtig geärgert hat: Warum nur habe ich mir keine Straßenkarte gekauft? Stattdessen habe ich mich auf das Navi verlassen und war damit Verlassen! Ich wollte heute einen großen Bogen um Mailand machen und was ist passiert? Ich bin mitten durch die Stadt gefahren. Und das bei 35 Grad im Schatten. Mein Fehler: Ich hatte meinem Navi gesagt “Autobahnen vermeiden”. Den Grand Canyon du Verdon dachte ich im Navi gefunden zu haben, das war aber eine falsche Vermutung. Ich landete dann in Briancon, Frankreich.

3. Tag – 5. Juli 2010


An diesem Tag fehlen 245 km. Die Batterie des GPS Gerätes war leider leer bevor ich mein Tagesziel erreicht hatte.
Heute habe ich die bislang längste Tagesstrecke zurück gelegt, insgesamt 746 km.

Barcelona

Endlich geschafft: Der Roller steht auf der Strandpromenade. Links ist der Roller eines Freundes zu sehen, der zeitgleich mit seinem Fahrzeug in Portugal und Spanien unterwegs war. Er hat die Tour, die ich eigentlich fahren wollte geschafft. Auch er hatte mit seinem Roller keinerlei Probleme.
Vom Campingplatz aus machte ich einige Touren. Zum Beispiel nach Andorra. Aber wie es eben so ist, in Küstennähe war es heiß und je weiter man ins Landesinnere kam, desto unbeständiger wurde das Wetter. In Andorra gewitterte es und die Temperatur kratzte die 20 Grad Marke.

Besichtigung des Canyon du Verdon



Rückfahrt von Canyon du Verdon zum Gardasee

Die heutige Tour führte nochmals am Grand Canyon du Verdon entlang. Hier bieten sich wirklich einmalig schöne Natureindrücke.